Ich wollte keinen Rückblick auf 2025 schreiben, weil er – auch aus Sicht eines Autors eines literarischen Nischengenres – nicht sehr erfreulich ausgefallen wäre. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe an, deprimierende Selbstbetrachtungen zu machen, die andere Leute nur noch mehr herunterziehen. Die Welt ist zur Zeit nicht erfreulich. Vieles in Deutschland ist nicht erfreulich. Man weiß nicht genau, wie es laufen soll und macht sich seine Gedanken. Da ist es wenig hilfreich, wenn ich meine Frustrationen noch hinzufüge. Eines aber muss ich sagen: es wird für Schriftsteller/innen aktuell nicht einfacher. Jede/r muss sich fragen: wie lange kann ich es mir noch leisten zu behaupten, ich sei ein Autor, wenn ich in zunehmendem Maße für die literarische Selbstbespiegelung schreibe? Autor/innen sind, wie alle Künstler/innen, bis zu einem gewissen Grade eitle Menschen. Das ist völlig in Ordnung, wäre das nicht so, würden wir uns den Stress nicht antun. Die derzeitige Situation macht keine große Hoffnung darauf, dass wir unsere Eitelkeit auch nur ansatzweise befriedigt bekommen 🙂
2026 werde ich weiter veröffentlichen. Ich werde dies vornehmlich als Self-Publisher tun. Daran ist nichts falsch, es gibt viele, die diesen Weg gehen, und das aus guten Gründen. Es ist mit mehr Arbeit verbunden und kostet damit Zeit und Energie, die ich eigentlich gar nicht habe. Es wird trotzdem geschehen und ich werde mal gucken, was meine Eitelkeit in einem Jahr dazu sagt.
Bis zum August werden alle sechs Bände meiner Fantasy-Serie „Ovils Reise“ erschienen sein. Ich bin kein ausgewiesener Fantasy-Autor und außerhalb des eigenen Stammgenres zu schreiben, ist hochgradig riskant. Ich wollte die Serie aber machen, da sie mir seit langer Zeit im Kopf herumschwirrte und ich sie gerne niederlegen wollte. Das habe ich geschafft, immerhin.
2026 wird im März mit „Ea-nasir – Mission Babylon“ mein erster „richtig“ historischer Roman erscheinen (die Kaiserkrieger sind „ein bissel“ historisch, also ist es nicht ganz was neues für mich). Also auch ein Buch außerhalb meines Stammgenres und damit erneut hoch riskant für mich. Ich bin selbst gespannt, was das werden wird.
2026 werden auch drei weitere Romane meiner Serie „Sternkreuzer Proxima“ erscheinen. Dass es nur drei statt sechs sein werden, weist bereits darauf hin, dass der Absatz auch nicht grandios ist. Irgendwie erträglich, aber nicht grandios. Band 25 habe ich gestern abgeschlossen. Immerhin ein schönes Jubiläum, auf das ich auch stolz bin. Wer schreibt schon ganz alleine eine am Ende 27 Romane umfassende Serie? Den Fleißpunkt habe ich mir auf jeden Fall verdient.
Insgesamt also 10 Romane von mir im Jahr 2026. Das ist doch nicht schlecht für die Eitelkeit, zumindest als Ausgangslage 🙂




